Blutdruck & Medizin

Covid-19: Bluthochdruck und Herzschwäche erhöhen das Risiko

Eine Covid-19-Infektion belastet das Herz und den Kreislauf. Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf, nach Abklingen der Infektion können sich Spätfolgen einstellen.

Covid-19 scheint auch Herz und Kreislauf zu schädigen

Covid-19 beginnt als Erkrankung der Atemwege: Das Virus befällt zuerst Nase, Rachen und Lunge1. Doch die Infektion kann sich weiter im Körper ausbreiten und das Herz schwer belasten. Die Folgen sind oft schwerwiegend:

  • Menschen mit Vorerkrankungen haben ein doppelt so hohes Risiko, an Covid-19 zu versterben2
  • auch bei mildem Verlauf erhöht Covid-19 langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen3
Covid-19 scheint auch Herz und Kreislauf zu schädigen

Bluthochdruck und Herzerkrankungen steigern das Risiko

Bereits ein erhöhter Blutdruck erhöht das Risiko eines schweren Covid-Verlaufs. Die möglichen Komplikationen können Menschen in allen Altersstufen treffen, wie jüngere Studien belegen. Blutdrucksenker können das Risiko senken: Bei Covid-Patienten, deren Blutdruck von nicht gut eingestellt ist, kann die Gabe von ACE-Hemmern und AT1-Antagonisten die Heilungsaussichten verbessern4.

Vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken sich noch deutlicher aus: Eine zusätzliche Infektion mit dem Coronavirus verdoppelt das Risiko, an Covid-19 zu versterben.

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Spätfolgen nach einer Covid-Infektion

Umgekehrt kann auch eine Covid-Infektion dazu beitragen, dass Schäden am Herz auftreten. Die Erfahrungen der letzten Jahre sind eindeutig1:

  • bis zu 1 von 5 Covid-Patienten im Krankenhaus zeigt akute Schäden am Herz
  • etwa 1 von 6 Covid-Patienten leidet unter Herzrhythmusstörungen
  • Herzmuskelentzündungen bei etwa 1 von 10 000 ungeimpften Covid-Infizierten, fast immer ohne bleibende Schäden
Covid-19 scheint auch Herz und Kreislauf zu schädigen

Ursache der Schäden

Wie schädigt eine Covid-Infektion das Herz? Die genauen Abläufe sind noch unklar, aber Forscher haben dazu mehrere Hypothesen entwickelt5. Zum einen kann das Coronavirus eine sehr starke Immunreaktion auslösen, die als Zytokinsturm bezeichnet wird. Dabei verbreiten sich entzündliche Botenstoffe im ganzen Körper und belasten zahlreiche Organe. Unter Umständen kann ein Zytokinsturm auch Herzmuskelzellen zum Absterben bringen und das Organ schwer schädigen.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass das Virus die Herzmuskelzellen direkt befällt. Auch auf Herzzellen ist ein Rezeptor mit Namen ACE2 weit verbreitet, den das Coronavirus als Eintrittspforte benötigt. Das Virus könnte so eine Entzündung (Myokarditis) auslösen, die die Funktion des Herzens schwächt. Aber auch dies ist bislang noch nicht eindeutig bewiesen.

Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel gibt den aktuellen Stand des Wissens wieder. Er enthält jedoch nur allgemeine Hinweise, die nicht für eine Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung geeignet sind. Einen Arztbesuch kann er auf keinen Fall ersetzen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Coronavirus – Fragen und Antworten für Herz- Kreislauf-Patienten, dzhk.de, Stand März 2022 (Link)
  • 2 Xie et al., Long-term cardiovascular outcomes of COVID-19, Nature Medicine, März 2022 (Link)
alle Referenzen anzeigen
  • 3 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V., Die COVID-19-Impfung – Für Herzpatienten besonders wichtig, Pressemitteilung, Januar 2021 (Link)
  • 4 Trump et al., Hypertension delays viral clearance and exacerbates airway hyperinflammation in patients with COVID-19, Nature Biotechnology, Juni 2021 (Link)
  • 5 Fraser et al., COVID-19-Associated Myocarditis: An Evolving Concern in Cardiology and Beyond, Biology, März 2022 (Link)
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